Die Bekämpfung von COVID-19 und Blockchain – passt das zusammen?

Unser Use-Case-of-the-Month: Covid-19 und die damit zusammenhängenden Schwierigkeiten, welche mithilfe der Blockchain gelöst werden können. Wir zeigen ein konkretes Lösungsbeispiel auf und nennen auf der Blockchain basierende Projekte, welche aktiv dabei helfen, die Pandemie zu bekämpfen.

Die Corona-Krise hat Deutschland und die Welt fest im Griff. Viele Wirtschaftszweige leiden unter den direkten und indirekten Auswirkungen der Pandemie. Der Markt für Blockchain-Anwendungen soll trotz – oder wegen der Pandemie – weiterhin wachsen. Experten schätzen, dass sich das Volumen von 1,5 Milliarden USD im Jahr 2018 auf 23 Milliarden USD im Jahr 2023 vervielfachen wird. Neben der Transparenz im Waren- und Güterverkehr sind entscheidende Wachstumstreiber die nachvollziehbare Überprüfbarkeit, beispielsweise von Waren. Experten zufolge hat die Blockchain das Potenzial, bei der Bekämpfung der Pandemie und der Verteilung eines Impfstoffes eine entscheidende Rolle zu spielen.

Was die Blockchain ist und wie sie funktioniert, haben wir in unserem vorangegangenen Use-Case-of-the-Month beschrieben. Eine durch die Coronakrise notwendig gewordene Digitalisierung spielt vielen Anwendungsfällen im Bereich Blockchain in die Karten – auch der Bitcoin steigt stetig und weist den höchsten Stand seit 2017 auf. Aber auch andere, moderne Technologien wie Artificial Intelligence (AI), Internet of Things (IoT) oder Virtual Reality (VR) profitieren von den neuen Investitionen und Entwicklungen am Markt. Eine globale Krise beschleunigt die Digitalisierung und rückt diese Technologien in den Fokus.

Prävention, um Betrug zu verhindern

Wie genau kann nun die Blockchain-Technologie, samt den darauf basierenden Anwendungen, zur Bekämpfung der COVID-19 Pandemie beitragen? Pharma-Unternehmen beginnen derzeit damit, einen Impfstoff unter die Weltbevölkerung zu bringen, welcher mehrschrittig die Krankheit bekämpfen soll. Berücksichtigt man bei rund 7,8 Milliarden Menschen eine doppelte Dosis dieses Impfstoffes, so kommt man auf nahezu 16 Milliarden Dosen, die weltweit verteilt werden müssen. Die globale Lieferkette für solch einen Impfstoff fällt gewaltig aus und wird mit zahlreichen Problemen konfrontiert werden. Angefangen bei der Aussteuerung der Verteilung über richtige Lagerung und fehlerfreien Transport bis hin zur Verifikation der Echtheit. Setzt man voraus, dass der Impfstoff fair und sicher verteilt werden soll, so sind Vertrauen, Sicherheit und Transparenz Schlüsseleigenschaften für dieses Unterfangen. Organisationen, die an der Herstellung dieser Impfstoffe beteiligt sind, sollten zugunsten dieser Werte in ihre Logistik eine Technologie, gestützt durch eine Blockchain, implementieren.

Die Menge der auszuliefernden Dosen sowie die unüberblickbare Anzahl der beteiligten Akteure (Impfstoffhersteller, Vertriebspartner, Logistikunternehmen, Behörden, Ärzte und Patienten) gibt Fälschern und Betrügern eine große Angriffsfläche. Eine Absicherung durch die Blockchain schützt jede Impfstoff-Lieferung präventiv. Ein einfaches Beispiel: Smart-Contracts, abgesichert über die Blockchain, können vertrauenswürdige Hersteller identifizieren. Die Digitalisierung jeder Impfung darf nicht erst bei den bald erscheinenden digitalen Impfpässen anfangen.

Zahlreiche Projekte

Die Verteilung des Impfstoffes ist ein Beispiel für die Verwendung einer Blockchain in diesem Zusammenhang. Die Anwendungsmöglichkeiten gehen noch weit über dieses Feld hinaus. Weltweit wird die Blockchain-Technologie bereits eingesetzt, um neue Alltagsprobleme, die durch Corona entstanden sind, zu bekämpfen. In den USA nutzt ein Flughafen eine sogenannte „Wellness Trace App“, um die Sauberkeit von Oberflächen überprüfbar zu machen. Die App arbeitet auf Basis der Blockchain von Microsoft Azure und wurde federführend von General Electric entwickelt. In Singapur wird die Blockchain-Technologie eingesetzt, um digitale Gesundheitspässe zu vergeben.

Auf deutschem Boden arbeitet derzeit ein Konsortium aus namhaften Unternehmen wie der Bundesdruckerei und Lufthansa Industry Solutions GmbH an einem digitalen Corona-Impfpass, mithilfe einer Blockchain gesichert. Mithilfe der sogenannten „Trust Your Supplier“-Blockchain von IBM, welcher sich über 200 Zulieferer im Zuge der Corona-Krise weltweit angeschlossen haben, werden bereits Lieferketten von PSA-Equipment wie Schutzmasken abgesichert. Über diese Lösungen hinaus gibt es noch weitere bereits aktive Anwendungen der Blockchain im Zusammenhang mit Corona – es folgen hoffentlich noch viele mehr.

Das Potential der Blockchain in diesem speziellen Fall mit seinen zahlreichen Anwendungsfällen ist enorm. Politische Entscheidungsträger sollten zugunsten der Sicherheit ihrer Bürger die weichen dahingehend stellen, dass solche Projekte zeitnah realisiert werden können. Wir von TrustCerts arbeiten an Lösungen zur Absicherung von Prozessen und Dokumenten mithilfe der Blockchain. Dabei setzen wir auf eine eigens entwickelte Blockchain-Technologie, welche die technischen Voraussetzungen zur Abbildung der beschriebenen Anwendungsfälle erfüllt. Unsere „Made in Germany“-Blockchain wird bereits in Projekten erfolgreich eingesetzt und ist DSGVO- bzw. GDPR-konform. Moderne Technologien, wie die Blockchain, können den Impfstoff nicht injizieren, aber deutlich sicherer und vertrauenswürdiger machen.

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Mirko Mollik ist IT-Spezialist, Master of Science mit dem Schwerpunkt Internet-Sicherheit und hat TrustCerts im April 2019 gegründet. Zum zweijährigen Jubiläum haben wir ihm ein paar Fragen rund um das Thema TrustCerts, Gründung und Start-ups gestellt.

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