Interview mit Mirko Mollik

Mirko Mollik ist IT-Spezialist, Master of Science mit dem Schwerpunkt Internet-Sicherheit und hat TrustCerts im April 2019 gegründet. Zum zweijährigen Jubiläum haben wir ihm ein paar Fragen rund um das Thema TrustCerts, Gründung und Start-ups gestellt.

Hallo Mirko, vor zwei Jahren hast du TrustCerts gegründet. Was war damals deine Vision?

Ich wollte Anfang 2018 herausfinden, was man neben Kryptowährung noch alles mit der Blockchain machen kann. Großes Potenzial habe ich in der Automatisierung und der Sicherheit gesehen. Beides sind Themen, die in der Wirtschaft gebraucht werden. Zu dem Zeitpunkt habe ich noch studiert, dementsprechend war der erste Anwendungsfall ein digitales, abgesichertes Hochschulzeugnis. Im Verlaufe des Jahres zeigte sich dann, dass man das ganze auch größer aufziehen kann. Dies war der Grundstein für die Gründung eines Start-ups, welches sich mit manipulationssicheren Daten und Dokumenten mithilfe der Blockchain beschäftigt: TrustCerts.

Was waren für dich persönlich in diesen zwei Jahren die größten Herausforderungen?

Die für mich größte Herausforderung war die fehlende Erfahrung von der Business-Seite. Durch das Informatik-Studium und meine sonstigen Interessen konnte ich schnell eine Lösung, in dem Fall die Blockchain, realisieren. Es gehören neben der Schaffung einer Lösung allerdings auch weitere Aspekte wie ein funktionierendes Business-Modell sowie die Kundenakquise dazu.

Hinzu kam mein Masterstudium, welches ich parallel weitergeführt habe. Die Klausurzeiten waren besonders stressig, da neben der Arbeit und diversen Start-up Veranstaltungen auch noch Zeit fürs Lernen gefunden werden musste. Als dann 2020 die Covid-19-Pandemie angefangen hat, hatte ich zum Glück nur noch die Masterarbeit offen, die ich etwas entspannter parallel schreiben konnte.

Du hast die Covid-Pandemie angesprochen. Inwieweit hat der Lockdown und die Krise das Arbeiten im Unternehmen verändert?

Kurzfristig wurde Corona von uns nicht wirklich als Problem wahrgenommen. Programmieren kann mein Entwicklerteam von jedem Ort aus, dazu muss niemand im Büro sein. Wir hatten erst auch die Hoffnung, dass durch Corona die Nachfrage an Sicherheitsprodukten steigt. Als Nebeneffekt der nötig gewordenen Digitalisierung quasi. Leider sind die Erwartungen nüchtern ausgefallen, da viele Firmen mit anderen Problemen zu kämpfen hatten – und immer noch haben.

Im ersten Lockdown hat das Team noch sehr entspannt auf die Einschränkungen reagiert. Mittlerweile vermissen viele die gemeinsamen Tage, den Spirit eines Start-ups im Büro, darüber tröstet auch der gesparte Arbeitsweg nicht mehr weg. Remote-Arbeiten via Zoom und Slack ist, vor allem aus sozialen Aspekten, für uns keine Dauerlösung. Nach der Pandemie möchten wir in eine hybride Lösung wechseln und dem Team damit größtmögliche Flexibilität bieten.

TrustCerts hat in dieser Gründungsphase mehrere Preise gewonnen und du hast mit deiner Idee erfolgreich an Inkubator-Programmen teilgenommen. Wie erklärst du dir den Erfolg?

Anfangs hatten wir es schwer einen roten Faden zu finden. Zumal befand sich Blockchain im Winter 2018/2019, nach der damals geplatzten Krypto-Blase, in einem „Tal der Tränen“ und niemand wollte etwas davon hören. Wir haben dieses Tal genutzt, um den wirklichen Mehrwert herauszuarbeiten und konnten neben präventiven Aspekten auch mehrere Optimierungs-Aspekte benennen. Letzteres half besonders gegenüber Investoren und Kunden, den Mehrwert klarzustellen, der durch unsere Sicherheits-Lösung gegeben wird. Dabei haben uns besonders lokale Veranstaltungen und Inkubatoren, wie vom RuhrHUB in Essen oder Cube5 in Bochum dabei geholfen, die relevanten Punkte zu finden und zu lösen.

Wo siehst du das Unternehmen im besten Falle in einem Jahr?

Für 2021 haben wir einen stärkeren Markteintritt fokussiert. Somit müssten wir kommendes Jahr einen Kundenstamm vorweisen können, sowie weitere Pläne verfolgen, um zu expandieren. Durch die Entwicklung einer eigenen Technologie, unserer TrustChain, gelingt es jeden Tag immer besser, uns von unseren Mitbewerbern abzugrenzen und somit stärker bei potenziellen Kunden auf der Bildfläche zu erscheinen.

Gibt es noch etwas, was du anderen Gründern mit auf den Weg geben möchtest?

Mir hat es sehr geholfen, Ideen mit anderen zu teilen, sie zu challengen und auch negativ zu hinterfragen. Dies erlaubt bereits vorab Argumente vorzubereiten, die von einem Kunden oder einem Investor kommen könnten. Es sollte nicht das Ziel sein, alles und jeden zu „bekehren“ oder als Kunden zu gewinnen. Die Lösungen der meisten Start-ups sind nicht universell für jeden Menschen wichtig, also sollte man sich auf die Nische fokussieren, in der die eigene Dienstleistung oder das Produkt wirklich helfen.

Vielen dank!

Jetzt mit Mirko Mollik via LinkedIn connecten: https://www.linkedin.com/in/mirko-mollik/

Mirko Mollik, der Gründer von TrustCerts, schaut in die Kamera.
Mirko Mollik im Wissenschaftspark in Gelsenkirchen

Hat ihnen der Artikel gefallen?

Share on facebook
Auf Facebook teilen
Share on twitter
Auf Twitter teilen
Share on linkedin
Auf LinkedIN teilen
Share on xing
Auf XING teilen

Erfahren SIE mehr

Digitaler Impfausweis via Blockchain

Durch die Covid-19-Pandemie rücken der klassische Impfausweis und die Blockchain ins Rampenlicht. Die Notwendigkeit eines digitalen Impfnachweises wird durch die Vorteile einer neuen Technologie bereichert und sorgt für Vertrauen und Sicherheit.

Weiterlesen »