Usecase of the Month: Blockchain Games

Die Vorteile einer Blockchain sind Dezentralisierung, Manipulations- und Ausfallsicherheit und direkte Transaktionen. Alle diese Vorteile können im Rahmen von virtuellen Games genutzt werden – und werden dies sogar teilweise schon.

Die Blockchain Technologie macht es möglich, digitale Inhalte mittels einer dezentralen Datenbank fälschungssicher abzuspeichern und zu übermitteln. Dieses Potenzial wird von der Gaming-Industrie immer stärker erkannt und es werden Anwendungsfälle geschaffen, bei denen die Blockchain-Technologie eine entscheidende Rolle in aktuellen Games spielen könnte.

Virtuelle Währungen und Gegenstände bekommen einen realen Wert und können, über die dedizierte Spieloberfläche hinaus, gehandelt werden – selbst dann noch, wenn die Server eines Spieles nicht mehr online sind oder der Entwickler die Unterstützung für das jeweilige Spiel eingestellt hat. In diesem Usecase of the Month stellen wir zwei dieser Spiele vor und geben einen Ausblick darauf, was uns in den kommenden Jahren noch erwarten könnte.

Blockchain Games aktuell

Derzeit gibt es zwei große Arten von Spielen, welche die Blockchain-Technologie nutzen: Die erste Art sind die sogenannten „Collectible-Games“, also Spiele, bei denen der Kauf und Verkauf von digitalen Gütern mittels der Blockchain im Mittelpunkt steht. Sinnbildlich dafür möchten wir CryptoKitties vorstellen.

CryptoKitties ist ein 2017 vom kanadischen Entwickler Axiom Zen veröffentlichtes, sehr abstraktes Online-Spiel. Dabei werden digitale Katzen, welche im Prinzip nur die visualisierte Form eines digitalen Tokens darstellen, mittels einer Plattform gesammelt und gehandelt. Das Gameplay ist dabei minimal gehalten und beschränkt sich darauf, neue Katzen zu erstellen und Katzen zu handeln. Da jede Aktion in der Ethereum-Blockchain vermerkt wird, kostet jede Aktion reales Geld. Die Katzen haben verschiedene Eigenschaften wie Augenfarben oder ein besonderes Fell, tragen Hüte und Verkleidungen. Besonders seltene Exemplare haben schon für umgerechnet mehrere Tausend Euro den Besitzer gewechselt.

Verspielte, bunte Katze aus CryptoKitties
Diese und weitere Katzen lassen sich digital züchten. Bild: CryptoKitties.com

Die andere Form der Blockchain-Spiele sind die sogenannten „Gambling-Games“, welche digitales Glücksspiel sind und den Nutzer dazu animieren, Kryptowährungen auszugeben, um eine deutlich größere Summe davon zurückgewinnen zu können.

Fomo3D war eines dieser Spiele. Es basierte ebenso wie KryptoKitties auf der Ethereum-Blockchain (ETH) und hat ebenso die Technik der Smart Contracts genutzt, um ein „Spielerlebnis“ zu vermitteln und konnte auch als Experiment verstanden werden, was sich der Mechanik eines Schneeballsystems bedient. Das Spielprinzip erklärt: Während ein Timer herunterläuft, haben alle Spieler die Möglichkeit, sich über sogenannte „Keys“ in das Spiel einzukaufen. Der Clou: Diese Keys werden mit der Zeit und mit jedem generierten Key teurer. Läuft der Timer ab oder wird für eine bestimmte Zeit kein neuer Key gekauft, so erhält der Spieler, der den letzten Key gekauft hat, den Großteil des gespeicherten ETH. 2018 war der Pott, der dort zu gewinnen war, zeitweise über 9 Millionen Dollar, umgerechnet in Ethereum groß und hatte zeitweise tausende Nutzer und ein Handelsvolumen von 3.000 ETH täglich. Das Spiel wurde 2019 eingestellt, hat jedoch dutzende mehr- oder minder erfolgreiche Nachahmer gefunden.

Oft für Blockchain Games verwendete Kryptowährung: Ethereum
Ethereum, eine im Spiele-Kontext häufig genutzte Kryptowährung.

Ausblick

Ende 2020 hat Activision Blizzard, einer der größten Spielehersteller der Welt, ein Patent für die Nutzung der Blockchain-Technologie angemeldet. Ergebnisse und In-Game-Währungen sollen damit über die Blockchain abgesichert und vor allem gegen digitalen Diebstahl geschützt werden. Virtuelle Güter sollen darüber hinaus einzigartig und handelbar gemacht werden. Bis es zu einer tatsächlichen Anwendung in Spielen wie „Call of Duty“ kommt, dürfte allerdings noch etwas Zeit vergehen. Sicher ist allerdings: Nutzerzentrierte Spieleentwickler können die Blockchain-Technologie dafür verwenden, um die eigenen digitalen Inhalte gegen Betrug abzusichern und einen auf Kryptowährungen beruhenden Zweitmarkt fördern, der die Attraktivität des Spieles verbessern kann. Gleichzeitig erhalten Menschen Berührungspunkte mit der Ökonomie von Kryptowährungen, die sich vorher nicht damit beschäftigt haben. Es kann also jeder von dieser Entwicklung profitieren.

Die Blockchain-Technologie wird die Gaming-Branche vermutlich nicht revolutionieren. Sie sorgt jedoch für spannende, neue Konzepte und zeigt wieder einmal, dass es viele sinnvolle Möglichkeiten gibt, diese Technologie anzuwenden.

Sie möchten mehr zur Blockchain-Technologie erfahren oder sich zu dem Thema austauschen? Schreiben Sie uns gerne!

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